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Update: 13.08.2011
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Die höchste „Götterdämmerung“ Mit 25,5 m Höhe ist der Kasseler Bismarckturm die höchste von 47 Bismarcksäulen nach dem preisgekrönten Kreis’schen Entwurf „Götterdämmerung“ (Link). Bauplanung Der Assessor Dr. jur. Franz Winterstein, 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Kassel des Alldeutschen Verbandes, regte am 08. Februar 1900 auf einer Versammlung den Bau der Kasseler Bismarcksäule an. Es wurde ein geschäftsführender Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule in Kassel unter Vorsitz des Reichs- und Landtagsabgeordneten Dr. Endemann (später abgelöst durch den Kasseler Oberbürgermeister August Müller) gegründet. Der engere Ausschuss bestand aus zwölf Mitgliedern, der weitere Ausschuss aus 55 Mitgliedern stammte aus allen Kreisen der Kasseler Einwohnerschaft. Am 24.04.1900 stellte der Ausschuss beim Regierungspräsidenten einen Antrag zur Genehmigung einer Haussammlung, der am 05.05.1900 genehmigt wurde. Bis September 1900 war das Spendenaufkommen zunächst schwach, sodass noch einmal an die Spendenfreude der Bürgerschaft appelliert wurde. Als Turmstandort wählte man nach eingehender Diskussion innerhalb des Ausschusses von zehn möglichen Bauplätzen den Brasselsberg im Habichtswald (434 m über NN) aus. Weitere diskutierte Standorte waren "Am Lindenberg" bei Bettenhausen, der Kratzenberg bei Kassel, der Rammelsberg bei Wahlershausen, die Drei Linden in der Ochsenallee hinter Kirchditmold und der Enkeberg bei Wolfsanger. Bei der Endausscheidung blieben nur der Enke- und der Brasselsberg über. Für letzteren entschied man sich wegen der besseren Sichtbarkeit. Nach einer durchgeführten Bauentwurfs-Ausschreibung entschied sich der Ausschuss für den von der deutschen Studentenschaft preisgekrönten Entwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis. Unter Leitung des Stadtbauamtes übernahm der Architekt F. Zahn jun. aus Kassel die Bauausführung. Bauarbeiten Am 15. Februar 1904 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der Turm wurde zweischalig errichtet: Das Tragmauerwerk wurde aus Basaltsteinen, die Verblendung mit Tuffstein ausgeführt. Das Baumaterial wurde größtenteils auf dem Brasselsberg gewonnen. Die Treppenanlage wurde aus Basaltlava hergestellt. Die obere Plattform und die eingezogenen Decken wurden als Betondecken mit Eisenträgern konstruiert. Turmbeschreibung Als Basis des Aussichtsturmes mit Befeuerungsvorrichtung dient ein zweistufiges quadratisches Podest. Die untere Podeststufe ist 13,46 m x 13,46 m, die obere Stufe 11,06 m x 11,06 m breit. Die beiden Podeststufen sind jeweils einen Meter hoch. Darauf erhebt sich der quadratische Turmsockel mit einer Kantenlänge von 8,66 m x 8,66 m. Eine 2,92 m lange Stein-Treppe mit zehn Stufen führt auf der Eingangsseite über die beiden Podeststufen zur Eingangstür. Am Türsturz ist die Inschrift „BISMARCK“, auf der gleichen Turmseite oben zwischen den Säulenschäften ist ein Reichsadlerrelief angebracht. Die vier Kanten des Schaftes bestehen - wie bei dem Entwurf "Götterdämmerung" typisch - aus Dreiviertelsäulen, die von einem Architrav mit dreistufigem Oberbau zusammengehalten werden. Über eine Steintreppe mit 86 Stufen gelangt man ins obere Geschoss des Turmes in 15,48 m Höhe. Von dort aus geht es über 25 Stufen über eine eiserne Wendeltreppe zur Aussichtsplattform. Befeuerung Die Säule sollte ursprünglich wie in anderen Städten an bestimmten Tagen zu Bismarcks Ehren befeuert werden. Zu diesem Zweck wurde die Aussichtsplattform mit abnehmbaren Feuerkästen bestückt. Die Forstverwaltung untersagte wegen Waldbrandgefahr die geplante Befeuerung des Turmes. Geschichte des Bauwerkes Am Freitag, den 02. September 1904 setzte sich um 15:00 Uhr ein Festzug von 1.200 Personen in Richtung Turm in Bewegung. Nach einem Festakt am Aussichtsturm wurde die Einweihung bis zum Einbruch der Dunkelheit gefeiert. Die Besucherzahl bei der Einweihungsfeier wurde in der Lokalpresse mit 8.000 9.000 angegeben. Bis zum 1. Weltkrieg wurden am Turm regelmäßig am Sedantag Gedenkfeiern durchgeführt. Ab 1911/12 wurden an der Bismarcksäule jährlich zweimal die Bergfeste „Heimchen“ des Töchterheims am Brasselsberg gefeiert. Die Bergfeste wurden bis zum Beginn des 2. Weltkrieges durchgeführt. In den letzten Wochen des 2. Weltkrieges erlitt der Turm einige Schäden an der Brüstung, die im Jahr 1951 für ca. 400 Mark von der Stadtbauverwaltung ausgebessert wurden. Das Bauwerk wurde vor 1947 offiziell in Brasselsbergturm umbenannt. Im amtlichen Straßenverzeichnis vom 01. Mai 1947 und auf damaligen Plänen wird der Turm mit diesem Namen bezeichnet. Der neue Name bürgerte sich aber nicht ein. Bereits wenige Jahre später wurde er auf Land- und Straßenkarten wieder Bismarckturm genannt. In der Kasseler Bevölkerung hatte sich der neue Name ebenfalls nicht durchgesetzt. Im Frühjahr 1951 wurden kleine Instandsetzungsarbeiten am Turm durchgeführt. Am 28. Mai 1962 wurde der Turm durch Blitzschlag bei einem Gewitter beschädigt. Einige Steinbrocken der Balustrade auf der Nordwestseite lösten sich und fielen in die Tiefe. Der Turm wurde daraufhin gesperrt. Erst fünf Jahre später, im Frühjahr 1967, wurden Maurer-, Beton- und Schlosserarbeiten für insgesamt 23.000 DM durchgeführt. 10.000 DM spendeten einige Kasseler Firmen, 13.000 Mark gab die Stadt Kassel zur Sanierung dazu. Die Betreuung der Bismarcksäule übernahm ab sofort der Hessisch-Waldeckische Gebirgs- und Heimatverein. Im Jahr 1992 richtete der Künstler Wolfgang Heinrich Fischer einen starken 30-Watt Argon-Ionen-Laser auf den Kasseler Bismarckturm, um auf das Projekt „Wahrzeichen Reichstag“ (Illumination des Reichstages) aufmerksam zu machen. Wegen Vandalismusschäden musste das Bauwerk im Jahre 1995 wiederum für Besucher gesperrt werden. Ab August 1996 konnten die beschädigte Turmkrone und der Turmschaft für 400.000 DM saniert werden. Teilweise wurde der Turm außen mit neuen Tuffsteinblöcken verblendet. Am 10. Oktober 1997 wurde der sanierte Bismarckturm dem hessischen Forstamt Kassel übergeben und war bis Mitte 2008 durchgehend geöffnet. Am 02. September 2004 wurde die Bismarcksäule 100 Jahre alt. Das Jubiläum wurde an diesem Tag direkt am Turm im kleinen Rahmen gefeiert. Eine Landschaftstafel auf der Aussichtsplattform wurde bei dieser Feier eingeweiht. In den Gemeinderäumen der Emmauskirche am Brasselsberg organisierte Bernhard Rüffert aus Kassel eine mehrwöchige Ausstellung zur Turmgeschichte. Im Jahr 2010 wurde das wegen Treppenschäden seit Mitte 2008 für Besucher gesperrte Bauwerk für 90.000 € vom Land Hessen saniert. Bei diesen Maßnahmen wurde eine neue Edelstahltreppe mit 120 Stufen eingebaut. Seit Oktober 2010 ist der Bismarckturm auf dem Brasselsberg wieder täglich 24 Stunden geöffnet. Links Quellen - Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 220 Fotografen - Andreas Weber, Kassel (September 2003) |
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