Update: 26.07.2007
Bismarcksäule vs. Olympiasäule
Die Bismarcksäule in Greifswald

Die erste von insgesamt 47 Bismarcksäulen nach dem von der deutschen Studentenschaft preisgekrönten Entwurf "Götterdämmerung" des Architekten Wilhelm Kreis wurde am 23.06.1900 in Greifswald eingeweiht.

Bereits im Herbst 1898, unmittelbar nach Bismarcks Tod, gründete die Greifswalder Studentenschaft unter Vorsitz von Professor Dr. J. Rehmke ein Komitee zur Errichtung einer Bismarcksäule.

Die Oberleitung des Baus oblag Professor Wilhelm Kreis selbst, ausführender Architekt und Baumeister war Heinrich Spruth aus Greifswald. Die Granitfindlinge für den Turmbau wurden kostenlos zur Baustelle geliefert, so dass die Gesamtkosten von 8.000 - 9.000 Mark vergleichsweise niedrig lagen. Die Studenten (3.600 Mark) und Dozenten und ehemalige Studenten (2.700 Mark) brachten insgesamt 6.300 Mark auf. Das Komitee stellte einen Antrag um Beihilfe über 2.000 Mark an die Stadt, "da er sich in den Kosten verrechnet hat und ca. 2.560 Mk. noch aufzubringen sind."

Das Bürgerschaftliche Kollegium bezuschusste die Bismarcksäule mit 500 Mark; nach einem erneuten Antrag wurden weitere 500 Mark gezahlt. Die fehlenden Geldmittel wollte die Studentenschaft selbst aufbringen.

Als einziger Schmuck ist am Säulenschaft ein Reichsadlerrelief mit Bismarck-Wappen als Herzschild angebracht. Gefertigt wurde dies in der Greifswalder Eisengießerei von Prollins und Burmeister. Unter dem Relief war die Zahl "MCM" zu lesen.

Die viereckige Feuerschale (Seitenlänge 1,5 m) der Säule wurde am Einweihungstag erstmals entzündet. Als Befeuerungsmaterial diente klein gespaltenes Holz, welches in kleinen Bündeln von zehn Stück mittels Eisenband zusammengebunden und in Teer getränkt wurde. Die Studentenschaft veranstaltete einen Fackelaufzug zur Bismarcksäule.

Am 22.06.1901 ging das Grundstück mitsamt Turm in das Eigentum der Universität über.

Am 05.07.1960 (Beschluss vom 30.06.1960 in der Sitzung des Rates der Stadt nach Antrag des Kreisvorstandes Greifswald des Deutschen Turn- und Sportbundes) wurde die Bismarcksäule in Olympiasäule umbenannt. Das Reichsadlerrelief wurde durch ein Zementrelief mit Olympiamotiv ausgewechselt.

Am 07.03.1991 wurde die Säule nach einer Sitzung der Bürgerschaft auf mündlichen Antrag des Kulturausschusses wieder in Bismarcksäule zurückbenannt. Das Olympiamotiv wurde bei der Sanierung im Jahr 1997 entfernt.

Der Turm zeigt sich im Jahr 2007 in einem sehr guten Zustand. Im Jahr 2004 gab es hinsichtlich der Studentenschaft Bestrebungen, ein neues Relief mit Reichsadler, welches sich an das Motiv des ehemaligen Releifs anlehnt, wieder einzusetzen. Im Juli 2007 ist kein Relief vorhanden.


Wegbeschreibung:

Die Säule befindet sich zwischen Greifswald (Zentrum) und Eldena. Sie steht linksseitig neben der Rettungswache an der Wolgaster Straße, etwa 150 m östlich der Einmündung des Karl-Liebknecht-Ringes.

Link Google Earth (Hybrid-Karte)


Dank an Sieglinde Seele aus Mannheim und Rainer Krämer aus Wittmar für Informationen!
AK-Motiv Bismarcksäule Greifswald
Foto Bismarcksäule Greifswald Juli 2007 [Fotograf: J. Bielefeld, Menden]
AK-Motiv Bismarcksäule Greifswald