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Fernsehturm verdrängt Bismarckturm
Der Bismarckturm in Porta Westfalica
Am 29.07.1899 waren es 37 unorganisierte Bismarckverehrer in Porta Westfalica, die den Bau des Bismarckturmes auf dem Jakobsberg beschlossen und den "Ausschuß zur Errichtung einer Bismarcksäule auf dem Jakobsberg in Hausberge" gründeten.
407 Persönlichkeiten aus der Umgebung riefen nun per Zeitungsinserat zu Spenden zum Bau einer Bismarcksäule auf. Nach nur 5 Wochen waren bereits 6020 Mark gespendet worden. Die weiteren Mittel für den Turmbau kamen aus Spendensammlungen im Kreis Minden und in den Gebieten von Minden-Ravensberg, Schaumburg-Lippe sowie weiteren Kreisen in Westfalen und Hannover. Mehrere Firmen spendeten zusätzlich Baumaterial.
Als Bauplatz wählte man den Jakobsberg wegen seiner guten Fernsicht aus, an dem zu dieser Zeit noch ein hölzerner Aussichtsturm, der 1889 erbaut wurde, stand. Der Kaufmann Ernst Krüger stellte einen halben Morgen Land auf dem Jakobsberg unentgeldlich zur Verfügung.
Der Entwurf für diesen Turm stammt vom Architekten Heinrich Hutze aus Barkhausen, der auch als Bauleiter fungierte. Ausführender Maurermeister waren Meier aus Lerbeck und Steinhaumeister Reinecke aus Neesen.
Als Material wurde brauner Portasandstein vom Jakobsberg verwendet. Das Feuerbecken aus Asbestzement maß 3 m im Durchmesser und wurde durch eine Pechmischung, die auf abnehmbare Roste gelegt wurde, befeuert. Entzündet wurden diese Feuer bis 1939 regelmäßig am 01.04. (Bismarcks Geburtstag) und zur Sonnenwende.
In 16 m Höhe besaß der Turm mit quadratischem Grundriss von 7,2 m x 7,2 m eine Aussichtsplattform, die über Innentreppen erreichbar war. Über dem Eingang war ein Bismarckwappen aus Kupfer mit Inschrift, darüber ein Bismarck-Relief in Bronze (Kosten: 1.100 Mark) von Bildhauer Heinrich Wefing aus Berlin angebracht.
Am 12.06.1903 übertrug der Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule das Eigentum (Bismarcksäule und Grundstück) dem am 01.04.1902 neugegründeten "Bismarck-Bund an der Porta Westfalica" (ab 08. Mai 1902 von Dr. Eduard Braun als rechtsfähiger Verein offiziell gegründet).
Der Bismarckbund konnte im 50. Jahr seines Bestehens den Abriss des Turmes zugunsten eines Fernsehturmes nicht verhindern. Nachdem die Deutsche Bundespost die Bismarcksäule zwecks Installation von Fernmeldetechnik mitbenutzen wollte, reichte dies aufgrund der technischen Erfordernisse nicht mehr aus. Eine Erhöhung des Turmes war wegen ausreichender Fundamente nicht möglich. Am 17.07.1952 verkaufte der Bismarck-Bund die Bismarcksäule für 50.000 DM.
Doch der Bismarck-Bund setzte vertraglich durch, dass die Bundespost eine Aussichtskanzel und einen Bismarckgedenkraum im Fernsehturm anlegte (ab 01.04.1953 im neugebauten Fernsehturm).
Im Jahr 1975 wurde dieser Fernsehturm zugunsten eines neuen und größeren Fernsehturms abgerissen. Trotz Protesten seitens der Post veranlasste der Bismarck-Bund wieder eine jedermann zugängliche Aussichtskanzel und einen Bismarck-Gedenkraum im Fernsehturm. Den Betrag von 25.000 DM, den der Bismarck-Bund durch den Grundstücksverkauf erwirtschaftete, steckte er in den Bau von Wanderwegen incl. Beschilderung und Ruhebänken.
Der neue Fernsehturm (Richtfest 28.09.1978, im Volksmund "Langer Jakob" genannt) hat eine Höhe von 142 m, die Aussichtskanzel befindet sich auf einer Höhe von 23 m. Der Turm ist jedes Jahr von Karfreitag bis zum 01. November geöffnet. Die Aussichtskanzel kann an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen bei guter Wetterlage zwischen 10:00 und 18:00 Uhr bestiegen werden.
Weitere Informationen und Führungen über Uwe Jahnz (Tel.: 0571/710351, E-Mail: bismarck (at) jahnz.de). Sonderführungen für Gruppen ab 10 Personen sind nach vorheriger Anmeldung möglich.
Anlässlich des 100. Geburtstag des Bismarck-Bundes und der Einweihung der ehemaligen Bismarcksäule wurde vom Bismarck-Bund am 18. Oktober 2002 eine Jubiläumsfeier ausgerichtet.
Am 09. August 2004 berichtete der Westdeutsche Rundfunk (WDR 5) über den "Bismarck-Gedenkraum in Porta Westfalica".
Wegbeschreibung:
Über die A 2 Abfahrt Porta Westfalica (Nr. 33), auf die B 482 Richtung Porta Westfalica; Ausfahrt Hausberge.
Adresse: Jakobsberg 1, 32457 Porta Westfalica.
Links
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Infos zum Jakobsberg
Links unten:
Titelblatt der 44-seitigen Broschüre "Von der Bismarcksäule zum Fernsehturm" mit ausführlichen Informationen zur Geschichte der Bismarcksäule, Fotos des Bismarck-Gedenkraumes, technischen Informationen zu den Fernsehtürmen, 2. Auflage 01.04.1998
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