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Update: 30.06.2011
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Der nachträglich aufgestockte Turm Der Verschönerungsverein Wiehl plante seit mindestens 1897, einen Aussichtsturm in Wiehl zu errichten. Trotz durchgeführter Spendensammlungen wurden die Pläne vorerst nicht realisiert. Bauplanung Dr. Köster von der Burschenschaft Alemannia zu Bonn regte im Sommer 1907 den Bau eines Bismarckturmes in Wiehl beim Verschönerungsverein Wiehl an. Es wurde ein Denkmalfonds gebildet und Spenden für den Turmbau gesammelt. Bereits im Januar 1908 war der Denkmalfonds auf gut 1.500 Mark angewachsen. Am 19.01.1908 wurde ein Bau-Komitee unter Vorsitz von Karl Dreibholz gebildet. Als Turm-Standort wählte das Komitee das Dörner Köpfchen (Gemeinde Wiehl, Flur 33, Parz. 1022/537). Das Baugrundstück wurde der Familie Linke abgekauft. Entworfen wurde der Turm vom Architekten Otto Bubenzer (1878 1973) aus Rebbelroth, der einen Entwurf des Architekten Bruno Schmitz (aus dem Bismarcksäulen-Wettbewerb 1899) für die Wiehler Bedürfnisse umarbeitete. Im Juli 1908 wurde der Bauantrag gestellt. Bis zum 30.07.1908 (Datum der Grundsteinlegung) konnten 2.000 Mark an Spenden in der Wiehler Bevölkerung gesammelt werden. Die Bauarbeiten konnten jedoch erst am 27.10.1908 nach erfolgter Baubewilligung beginnen. Bauarbeiten Als Baumaterial für den Turm wurde Grauwacke verwendet. Die Steine wurden von der Bergisch-Märkischen Steinindustrie, der benötigte Kalk von den Vereinigten Wiehler Kalkwerken und der Sand von den Steinbrüchen August Oeser gespendet. Die Bauarbeiten wurden von den Moniermeistern Wilhelm Dabringhausen und Becker ausgeführt. Die Baukosten konnten aufgrund der einfachen Bauweise und der Sachspenden mit insgesamt 6.000 Mark niedrig gehalten werden. Baubeschreibung Der ursprünglich 15,6 m hohe Aussichtsturm mit Befeuerungsmöglichkeit hat einen regelmäßigen sechseckigen Grundriss mit einer Seitenlänge von 3,75 m. Der Durchmesser beträgt an der breitesten Stelle 7,5 m. Über eine 20 cm hohe Stufe auf der Nordseite des Turmes erreicht man das Eingangsportal (2,45 m x 1,00 m) mit flachbogigem Abschluss. Das Erdgeschoss ist durch eine dreifache Stufung vom Turmschaft getrennt. Die Höhe der Stufung variiert wegen des schräg verlaufenen Untergrundes (Hangbauweise, Nordseite Höhe 2,65 m, Südseite Höhe 1,45 m). Der 0,62 m hohe Schlussstein des Turmes mit eingehauenem Bismarck-Wappen wurde direkt über dem Eingang in den Bereich der dreifachen Stufung eingelassen. Oberhalb des Einganges wurden in gleicher Höhe zwei eiserne Reliefs (davon ein eisernes Bismarck-Relief,) gefertigt von der Firma Karl Breitenbach aus Elberfeld, angebracht. Der Turmschaft verjüngt sich bis zur Unterkante der sechs Aussichtsgeschossfenster Fensteröffnungen in 12, 7 m Höhe. In Höhe von 12 m (Aussichtsgeschoss) umläuft ein zweiteiliges Gurtgesims den Turmschaft. Die sechs gleich großen rundbogigen Fenster (außen 0,35 m x 0,80 m, innen 0,55 m x 0,80 m) haben nach außen abgeschrägte Sohlbänke und Laibungen an allen Seiten. Oberhalb von 12,7 m ist das Mauerwerk konkav geschwungen eingezogen und geht in einen runden Grundriss am Turmkopf in 15 m Höhe über. Den Turmabschluss bildete ein 0,6 m breites Hauptgesims. Auf dieses Hauptgesims war eine schmiedeeiserne Feuerpfanne mit einem Durchmesser von 1,80 m angebracht, die ausschließlich mit Holz befeuert wurde. Eine Eichenholz-Wendeltreppe, gebaut auf I-Trägern, führte ursprünglich zur Aussichtsplattform in Höhe von 12 m. Geschichte des Bismarckturmes Eigentümer des Turmes war der Verschönerungsverein Wiehl (seit 1949 Heimatverein Wiehl). Schon vor der Einweihungsfeier am 20.06.1909 wurde der Turm zu Bismarcks Geburtstag am 01.04.1909 das erste Mal befeuert. Die Einweihungsfeier fand im Rahmen eines großen Volksfestes statt. Nach der Einweihung wurden auf dem Gelände um den Turm 15 Natur- und Holzbänke sowie zwei eiserne Sitzbänke aufgestellt. Seit 1932 (außer in den Jahren 2001 und 2010) fand jährlich das Wiehler Heimatfest („Türmchenfest“) auf dem 4500 m² großen Gelände um den Bismarckturm statt. Die ersten Sanierungsmaßnahmen wurden bereits 1949 vorgenommen. Die Eichenholztreppe wurde 1949 durch eine Betontreppe mit 46 Stufen und ab dem 3. Geschoss (9,3 m) durch eine Spindeltreppe mit 10 Stufen ersetzt. In den Jahren 1975/76 wurde der Turm im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen (Wiehler Heimatverein) durch Aufmauerung einer zwölfeckigen Aussichtsplattform aus Beton mit 1,1 m hohem Stahlgeländer auf 16,8 m erhöht. Die Feuerschale wurde dabei entfernt. Das Treppengeländer der Betontreppe wurde erneuert. Über eine neue einläufige Stahltreppe mit 15 Stufen war die zwölfeckige Betonplattform vom Aussichtsgeschoss her erreichbar. Die Kosten für die Sanierung betrugen 40.000 DM, von denen 25.000 DM durch Spenden und den Verkauf von Bausteinen finanziert wurden. Das Bauwerk wurde am 10.04.1976 als Aussichtsturm wiedereröffnet. Am 25.02.1982 wurde der Turm in die Denkmalliste eingetragen und steht seitdem unter Denkmalschutz. Im Mai 2002 wurde die Außenfassade des Turmes durch Unterstützung des Dachdeckermeisters Hans Dabringhausen (Enkel des Turmerbauers Wilhelm Dabringhausen) erneuert. Weiterhin wurde eine neue massive Metalltür eingebaut. In den Jahren 2004 und 2005 wurde der Turm für 42.000 EURO grundsaniert. Die neu eingebaute selbsttragende Treppenanlage mit 83 Stufen (vier Absätze à 17 Stufen und ein Absatz mit 15 Stufen) wurde von Architekt Wolf Dieter Klein konstruiert. Im April 2005 wurde das Bauwerk im Rahmen einer Feierstunde vom Bürgermeister und dem Heimatverein wiedereröffnet. Im September 2010 war das untere Mauerwerk stark von Gräsern und kleinen Pflanzen bedeckt. Der Turm ist zu bestimmten Zeiten geöffnet. Links Quellen - Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 407 Fotografen - Jörg Bielefeld, Remscheid (Juni 1999, April 2003, Oktober 2006 und September 2010) |
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