Update: 03.11.2004
Polnisches Wappen für Bismarck-Medaillon
Der Bismarckturm in Sensburg

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Sensburg, insbesondere Hauptmann a.D. Reh, regte im Jahr 1902 den Bau dieses Bismarckturmes an. Nach Gründung eines Denkmal-Komitees unter Vorsitz des Bürgermeisters Jaenicke wurde das Vorhaben in Angriff genommen.

Als Standort wählte man einen Hügel in den Parkanlagen auf dem masurischen Höhenzug. Der Entwurf des Turmes, der dem Jenenser Kriegerdenkmal angepasst war, stammte von Bauinspektor und Baurat Gerdorf aus Sensburg. Ausführender Baumeister des Aussichtsturmes mit Feuerschale war Baumeister Reese aus Sensburg.

Der in den Jahren 1905 und 1906 erbaute Turm wurde auf einem vorhandenen Mühlenkegel aufgebaut. Als Baumaterial verwendete man Ziegelsteine.

Der kegelförmige Unterbau verjüngt sich, ähnlich wie bei Windmühlen, nach oben bis zur Brüstung des Turmumlaufs in ca. 9 m Höhe. Über Innentreppen waren der Umlauf und die obere Zinnenaussichtsplattform mit Feuerschale erreichbar.

Die viereckige Feuerschale aus Kupfer (Seitenlänge 1,5 m, Gewicht 100 kg) wurde mit Holz und Torf, welches mit Petroleum getränkt war, befeuert. Die Feuerschale war oben in einer 4 m hohen Vierkantsäule aus Eisenblech, die mittig auf der Aussichtsplattform positioniert war, eingelassen.

Über dem Eingang wurde ein Bismarck-Medaillon in Bronze von Medailleur Dürrich (gefertigt in der Bronzegießerei Gladenbeck & Sohn in Berlin, Kosten 525 Mark) mit der Inschrift "FÜRST BISMARCK - DER BAUMEISTER DES DEUTSCHEN REICHES" angebracht. Darüber war ein Gedenkspruch von Hoffmann von Fallersleben in Goldbuchstaben

"Wie könnt ich Dein vergessen,/ich weiß, was Du mir bist",

an der Rückseite des Turmes die Inschrift

"Dem großen Kanzler/OTTO v. BISMARCK/Stadt und Kreis Sensburg/1906"

angebracht.

Laut Günter Kloss/Sieglinde Seele ("Bismarck-Türme und Bismarck-Säulen", Michael Imhof Verlag Petersberg 1997) wurde der Turm 1993 saniert. Das Bismarck-Medaillon wurde nach 1950 durch einen polnischen Wappenadler ersetzt. Die Zinnen, die Vierkantsäule und die Feuerschale wurden entfernt.

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Wegbeschreibung [von Ralph Männchen, Dresden]

Der BT Sensburg steht im Stadtwald im Westen/Südwesten der Stadt und ist einfach zu finden. Man kann sich am großen Sendemast orientieren. Zustand sehr gut, Turm eingezäunt und verschlossen.

Polnische Version dieser Seite (Dank an Marek Moson aus Wroclaw/PL für Übersetzung)

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Dank an Ralph Männchen für Fotos und Wegbeschreibung

Foto Turmkopf Bismarckturm Sensburg Oktober 2004 [Foto: Ralph Männchen, Dresden]
AK-Motiv Bismarckturm Sensburg
Foto Bismarckturm Sensburg um 1908