Update: 02.05.2010

Alter Kemmlerturm wich Bismarcksäule
Die Bismarcksäule in Plauen

Die Ortsgruppe Plauen des Alldeutschen Verbandes regte den Turmbau durch eine Zeitungsanzeige am 05.03.1899 im Vogtländischen Anzieiger an. Bereits am 28.05.1899 bildete sich auf auf einer von der Ortsgruppe einberufenen Versammlung im Prater zu Plauen ein Bismarckturm-Ausschuss.

Dieser Ausschuss (Ehrenvorsitzender Landgerichtspräsident Dr. Hartmann, Vorsitzender Superintendent P. Lieschke, beide aus Plauen) entschlossen sich nach Begehung und Prüfung mehrerer Bergkuppen im Vogtland und anschließender Abstimmung mit 41 zu 35 Stimmen (13.05.1900), auf dem Kemmler in Plauen eine Bismarcksäule zu errichten. Der Bauplatz wurde dem Ausschuss von der Stadt Plauen kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf dem Bauplatz stand jedoch noch der 1883 von der Bergschlossgesellschaft errichtete alte Kemmlerturm, der für die Bismarcksäule weichen sollte.

Finanziert wurde der Bau der Bismarcksäule ausschließlich durch Spenden. Der Vorstand des Bismarckturm-Ausschusses gab dazu 800 Sammellisten heraus.

Zur Ausführung wurde der von der deutschen Studentenschaft im April 1899 mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf "Götterdämmerung" des Architekten Wilhelm Kreis bestimmt.
Bauleiter des Turmes war Baurevisor R. Döhling, die Bauarbeiten wurden von Plauener Baumeister Max Buchmann ausgeführt. Als Baumaterial für das Außenmauerwerk wurde Granit gewählt, welches in den Steinbrüchen von C.F. Lenk in Schreiersgrün bei Treuen gebrochen wurde. Für das innere Mauerwerk verwendete man Fruchtschiefer aus Theuma und Tippersdorf. Teilweise benutzte man auch das Baumaterial des alten Kemmlerturmes, der zum Zeitpunkt des Baubeginns noch auf der Kuppe des Kemmlers stand und abgetragen wurde.

Die Kosten für die Fels-, Erd- und Maurerarbeiten betrugen 12.500 Mark, für die Granitlieferungen wurden 14.650 Mark an Steinbruchbesitzer Lenk gezahlt. Die Installation des Blitzableiters und die Arbeiten an der eisernen Wendeltreppe unterhalb der Plattform (gefertigt in der Cainsdorfer Königin Marienhütte) führte Schlossermeister Schimmel aus Plauen aus.

Über eine Steintreppe mit 65 Stufen bis zum Aussichtsraum in 13 m Höhe und eine eiserne Wendeltreppe mit Geländer (19 Stufen) ist die Aussichtsplattform besteigbar. Die Feuerschale wurde erst später installiert (1.000 Mark wurden für Fertigung von den Spendenmitteln einbehalten), da es keine ausreichende Erfahrung zur Detailausführung gab.

Zur Stadtseite wurde ein Reichsadlerrelief mit Bismarck-Wappen (2,7 m hoch, 1,87 m breit) von Bildhauer Brot aus Zwickau angebracht. Die Wand am Turmeingang trägt die Inschrift:

Diese/vogtländische Bismarcksäule/wurde errichtet/1902/von dankbaren Vogtländern/an Stelle des ehemaligen Kemmlerturmes./Letzterer war/der Kreisstadt Plauen/gestiftet/von der Bergschloßgesellschaft/1883"

Am 26.03.1910 wurde neben der Säule ein Unterkunftshaus gebaut (Entwurf von Architekt Nikolaus Squeder aus Plauen, nach 1945 abgerissen).

In den 1960er Jahren wurden einige Bauschäden provisorisch beseitigt. In den Jahren 1972 und 1973 wurde die Feuerschale abgenommen und durch ein Schutzdach mit Antennenmast (Deutsche Post) ersetzt. Nach 1980 wurde diese Dachkonstruktion nochmals verändert. 1995 wurde die Antennenanlage bei Sanierungsarbeiten abgenommen.

Im Jahr 1994 scheiterte eine geplante Grundsanierung des Turmes an den zu erwartenden Kosten (900.000 Mark). Für 35.000 Mark konnte lediglich eine "Notsanierung" durchgeführt werden. Hierbei wurde der Turm durch Stahlbänder stabilisiert. Im Jahr 1999 wurde das Sanierungskonzept nochmals überarbeitet, um den Turm sukzessiv bis zum 100. Jahrestag der Einweihung im Jahr 2002 für 550.000 Mark zu sanieren. Der hohe Eigenkostenanteil der Kommune (260.000 Mark) ließ diesen Sanierungsplan wiederum scheitern.

Am Samstag, 31.08.2002 fand zum 100. Jahrestag der Einweihung des Bismarckturmes eine Jubiläumsveranstaltung am Turm statt. Die Stadt Plauen gab zum Jubiläum eine 16-seitige Turmbroschüre heraus. Über ABM-Kräfte wurde das Umfeld des Turmes aufgewertet (Zugang neu beschottert, Säuberung des umliegenden Wäldchens usw.).

Der Turm ist ganzjährig (ab 09.00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit) geöffnet.


Links

Google Maps

Google Earth

360° Ansicht vom Turm (vom 30.12.2008)


Dank an Marco Barnebeck, Ralph Männchen aus Dresden für Fotos (April 2005) und Hans-Dieter Hirschmann für Fotos (September 2009)