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Update: 05.05.2012
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Turm-Einweihung nach langer Baupause Bauplanung Oberbürgermeister Bruno Wendt aus Ballenstedt regte auf der 100-Jahr-Feier der Völkerschlacht bei Leipzig, am 18. Oktober 1913, den Bau dieses Bismarckturmes an. Am 24.10.1913 lud der Kreisdirektor des Landkreises Ballenstedt, Dr. Willy Knorr, zur Gründung eines „Bismarck-Denkmal-Ausschusses“ am 02.11.1913 ein. Bei diesem Gründungstreffen wurde der Stahlsberg (270,60 m über NN) als Turmstandort bestimmt und der „Arbeitsausschuss zur Errichtung eines Bismarck-Denkmals auf dem Stahlsberge bei Ballenstedt“ unter Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Knorr gegründet. Der Arbeitsausschuss erließ am 01.12.1913 einen Spendenaufruf. Es war vorgesehen, dass vor dem Turm ein großer Sport- und Spielplatz eingerichtet werden sollte. Zudem wurde Professor Wilhelm Kreis als Architekt des Bismarckturmes gewählt. Wilhelm Kreis entwarf einen Bismarckturm, der seinem preisgekrönten Entwurf "Götterdämmerung" sehr ähnlich war. Er konzipierte den Turm als Aussichtsturm mit Feuerschale. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 14.06.1914, kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges statt. Da der Vorsitzende des Arbeitsausschusses, Kreisdirektor Dr. Knorr, im Juni 1915 einberufen wurde, übernahm der Kreis in der Kreistagssitzung vom 28.06.1915 alle Verpflichtungen des Vorsitzenden. Die Gesamtkosten (bis 1915) betrugen 24.000 Mark und wurden aus Spendenmitteln getragen. Bauarbeiten Teil 1 Die Bauarbeiten starteten unmittelbar nach der Grundsteinlegung. Als Baumaterial für den Turm wählte man Harzer Kalksteine und Granit, zudem Stampfbeton mit Kalksandstein als Verblendung. Die Bauausführung erfolgte durch Zimmermeister Fritz Falley aus Ballenstedt. Weitere beteiligte Handwerker: Schlossermeister Egeling Schlosserarbeiten Aufgrund des Krieges konnten die Bauarbeiten nicht ganz vollendet werden. Die ursprünglich geplante Einweihungsfeier am 01.04.1915 fand nicht statt. Bauarbeiten Teil 2 Der Kreisausschuss unter Vorsitz von Kreisdirektor Geh. Regierungsrat Pietscher konnte das Bauwerk nach dem 1. Weltkrieg nicht weiter bauen, da die Steuereinnahmen für diese Maßnahme nicht ausreichten. Bis zum Jahr 1929 wurden keine weiteren Arbeiten durchgeführt, der Turm drohte zu verfallen. Am 12.07.1929 wurde von Rechnungsrat Höhne, dem Vorsitzenden des Harzklub-Zweigvereins Ballenstedt, der 15 Jahre vorher auch im Arbeitsausschuss mitgewirkt hatte, ein Vorschlag von Kreisdirektor Pietscher aufgegriffen. Dieser hatte angeregt, dass der Harzklub-Zweigverein den Aussichtsturm fertig stellt und der Allgemeinheit zugänglich macht. Der ursprüngliche Entwurf von Professor Kreis wurde vom Bauleiter, dem Regierungs- und Baurat Dr. Ehrlich abgeändert und vereinfacht (u.a. kein Aufbau oberhalb des Gesimses und Verzicht auf Feuerschale). Unter dem Bauleiter Dr. Ehrlich, der keine Kosten in Rechnung stellte, wurde das Bauwerk von Zimmermeister Falley bis Anfang 1931 fertig gestellt. Die Kosten für die restlichen Arbeiten betrugen 8.600 Reichsmark. Turmbeschreibung Der 11 m hohe Aussichtsturm ohne Befeuerungsvorrichtung war im ursprünglichen Entwurf von Prof. Kreis mit Feuerschale geplant, der Entwurf wurde 1929 abgeändert und vereinfacht (reiner Aussichtsturm). Auf den geplanten Turm-Aufbau wurde verzichtet, sodass die Turmhöhe nur noch 11 m (statt der geplanten 16,50 m) betrug. Das wuchtige Bauwerk erinnert mit seinen Dreiviertelsäulen an den Seiten stark an den Mittelteil des Standard-Entwurfs „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis. Das Bauwerk war von Anfang an ohne Unterbau und Architrav geplant. Das Bauwerk hat einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 8,00 m x 8,00 m (ohne Dreiviertelsäulen 7,40 m x 7,40 m). Über vier Steinstufen ist der im Nordwesten liegende Eingangsbereich zu erreichen. Der Eingangsbereich ist mit einer Tiefe von 1,90 m trapezförmig vorgebaut und schließt in halber Höhe mit einem Austritt ab. Der Turm endet oben mit einer einfachen Metallbrüstung (ursprünglich war eine steinerne Brüstung vorgesehen). Über dem Eingang wurde ein Bismarck-Wappen aus Kalkstein, angefertigt in der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf, angebracht. Auf der Eingangsseite wurde über der Austrittstür ein kleines quadratisches Fenster eingelassen. Auf der Südwest- und Nordostseite befindet sich jeweils unten, mittig und oben ein schmaler Fensterschlitz, im Südosten nur ein schmaler Fensterschlitz unterhalb der Brüstung. Die Fenster sind verglast. Über 18 Stufen einer steinernen Wendeltreppe gelangt man zum 1. Plateau des Turmes (mit Austritt auf der Nordwestseite). Über weitere 27 Stufen erreicht man das 2. Plateau. Von hier aus führen weitere 12 Stufen einer mittigen Treppe auf die obere Plattform (7,00 m x 7,00 m). Turmgeschichte Am 20.05.1931 konnte der nun vollendete Turm im Rahmen einer schlichten Feier eingeweiht werden. Das Bauwerk wurde in den Schutz des Harzklub-Zweigvereins Ballenstedt übergeben. Die zusätzlichen Kosten für die Bauarbeiten waren bei der Einweihung noch nicht vollständig gedeckt. Die Anhalter Harz-Zeitung überreichte bei der Einweihung eine Spende, weitere Gelder sollten durch freiwillige Spenden aufgebracht werden. In der Nacht zum 31.08.1931 wurden die Glasscheiben des Turmes eingeworfen. In den Folgejahren war das Bauwerk in den Sommermonaten von 07:30 bis 19:00 Uhr für Besucher geöffnet. Nach dem 2. Weltkrieg und in der DDR-Zeit wurde der Turm dem Verfall preisgegeben. Aufgrund von Vandalismusschäden wurde das Bauwerk in den 1960er Jahren gesperrt. Eine offizielle Umbenennung wie bei vielen anderen Bismarcktürmen erfolgte nicht. In der DDR-Zeit hatte man kurzzeitig überlegt, den Turm in „Karl-Marx-Turm“ umzubenennen, der Plan wurde aber nicht realisiert. Nach 1990 wurden Stimmen laut, dass man den Bismarckturm wieder für Besucher zugänglich machen soll. In den Jahren 1994/1995 wurde der Turm mit Landesmitteln saniert. Am 20.09.1994 waren die Treppen bereits mit Eisenträgern versehen und die Aussichtsplattform war mit einer Betonschicht verstärkt. Zahlreiche tonnenschwere Steine, die vor dem Turm lagen, wurden bei der Sanierung wieder eingesetzt. Ausführende Firmen Firma Oevermann, Niederlassung Braunschweig Rohbau Die Sanierungsarbeiten (bis auf die Malerarbeiten und Dachverglasung) konnten Ende April 1994 abgeschlossen werden. Der Eingang ist seitdem durch eine Gittertür verschlossen. Öffnungszeiten Der Turm ist verschlossen. Der Schüssel kann über die Touristik-Information Ballenstedt entliehen werden. Links Touristik-Information Ballenstedt Quellen - Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 45-46 Fotos - Kerstin Lucklum, Jena (Mai 2004) |
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