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Update: 01.05.2012
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Sachsen-Anhalts ältester Bismarckturm Der Bismarckturm in Quedlinburg Bauplanung Der Bau dieses ältesten Bismarckturmes in Sachsen-Anhalt wurde vom Stadtrat Vogler bereits im Jahr 1894, also noch zu Lebzeiten Otto von Bismarcks, angeregt. Am 27.03.1895 machte Oberbürgermeister Dr. Brecht in der Stadtverordnetenversammlung die Mitteilung, dass Stadtrat Georg Vogler anlässlich Bismarcks 80. Geburtstag 1.000 Mark für den Bau eines Bismarckturmes in den Bleicheberg-Anlagen gespendet hat. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte dem Plan, einen Bismarckturm zu errichten, einstimmig zu. Bereits am 01.04.1895 wurde auf der Anhöhe der Bleicheberg-Anlagen (215 m über NN) der Grundstein für das Bauwerk gelegt. Der Grund und Boden gehört dem St. Johannis-Hospital. Die Anlagen selbst wurden ab diesem Datum Bismarckhain genannt. Entworfen wurde das Bauwerk vom Stadtbaurat Gaul aus Quedlinburg. Die Gesamtkosten des Turmes betrugen 7.645 Mark. Das Bauwerk wurde aus Spendenbeiträgen finanziert. Bauarbeiten Als Baumaterial für den Turm mit rundem Grundriss wurde Granit- und Kalksteine verwendet. Die bauausführende Firma ist nicht bekannt. Turmbeschreibung (zur Zeit der Einweihung) Auf einer künstlich aufgeschütteten Terrasse erhebt sich der 20 m hohe Aussichtsturm ohne Befeuerungsmöglichkeit. Über vier mittige Steinstufen, die nicht genau in der Achse zur Eingangstür liegen, ist die mit einem Geländer abgegrenzte Terrasse erreichbar. Das Bauwerk weist einen achteckigen Unterbau auf, der mit großen Quadersteinen verblendet ist. Nach einem auskragenden Absatz erhebt sich der runde und konische Turmschaft. Über dem Eingang wurde die Inschrift "BISMARCKTHURM" sowie ein bronzenes Bismarck-Relief, gefertigt von Prof. Richard Anders aus Berlin, gegossen in der Bildgießerei von Martin und Piltzing in Berlin, angebracht. Oberhalb des Reliefs befindet sich am Turmschaft das Stadtwappen von Quedlinburg. Über eine steinerne Wendeltreppe mit 83 Stufen ist die mit einem Mitteltürmchen versehene Aussichtsplattform erreichbar, die mit einer steinernen und auskragenden Brüstung mit einer Stärke von 0,30 m versehen ist. Der Austritt auf die Plattform (Durchmesser 3,00 m) liegt im Südosten. Das Mitteltürmchen ist von einem leicht gespitzten Dach mit Wetterfahne gekrönt. Am Turmschaft sind auf allen Seiten jeweils drei Fenster eingelassen. Turmgeschichte Die feierliche Einweihung des Turmes erfolgte am 01.04.1896 bei ungünstigen Witterungsbedingungen. In den Abendstunden wurde ein Bismarck-Kommers abgehalten. Im Sommer 1905 wurde der Bismarckturm vom Blitz getroffen, dabei wurde das Wappen über der Tür beschädigt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden alle Hinweise auf Bismarck entfernt. Der Bismarckturm wurde in "Johannisturm", die Anlagen in Johannishain umbenannt. Das dem Hain benachbarte ehemalige Hospital St. Johannis wurde 1957 enteignet. Zu den Besitztümern des Hospitals zählten damals der Johannishain mit -Turm, der Hospitalfriedhof St. Johannis, eine Quelle sowie die Hospitalgebäude, Johanniskapelle und -kirche. Die beschriebenen Bauwerke sind vom Hain durch eine Straße getrennt. Bis auf die Kapelle, die Kirche und das Pfarrhaus ging 1957 alles in das Eigentum der Stadt Quedlinburg über. Bis ca. Mitte der 1970er Jahre war der Turm noch begehbar. Nach einem Blitzschlag und unterlassener Sanierungsarbeiten wurde das Bauwerk geschlossen. Die Spitze des Turmes wurde entfernt. Nach der Sanierung des Turmes in den Jahren von 1992 - 1994 wurden die Inschrift "Bismarckthurm" wieder angebracht. Bei diesen Arbeiten erhielt das Bauwerk im August 1992 ein neues, spitzes Dach. Die Anzahl der Treppenstufen zur Terrasse beträgt nun fünf Stufen (ursprünglich vier Stufen). Die Abgrenzung der Terrasse erfolgte durch mit Ketten verbundene Metallpfosten, die im April 1995 teilweise zerstört waren. Der Eingang war 1995 durch eine schwarze Gittertür versperrt, dahinter befand sich eine mit Metall verkleidete Holztür. Der Johannisgemeinde bzw. dem Ev. Kirchspiel, in dem die Gemeinde am 01.01.1998 aufging, gelang es, zeitnah eine Rückübertragung ihres Eigentums durchführen zu lassen. Somit wurde das Ev. Kirchspiel wieder Eigentümer des Bismarckturmes. Die steinerne Brüstung am Umgang brachen bis 2001 komplett weg. Die Steine der abgebrochenen Brüstung wurden im Jahr 2002 im Bauhof der Stadt zwischengelagert. Der Turm ist verschlossen und in desolatem Zustand. Aussichtsmöglichkeiten vom Turm Richtung Norden: Die Wohngebiete "Kleers" und "Brockenblick" sowie der Sandsteinfelsen Lehof. Richtung Westen: Das Panorama der Altstadt und der Neustadt. Gut zu erkennen sind die Kirchtürme und Stadttürme sowie der Schlossberg. Richtung Süden: Blick auf die Bebauung der Süderstadt, welche vor 1945 entstand. Richtung Osten: Blick auf die Bebauung der Süderstadt, welche zu DDR-Zeiten entstanden ist. Im Hintergrund sind die Seweckenberge mit der Seweckenwarte, einem weiteren Aussichtsturm, zu sehen. Links Quellen - Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 320 Fotos - Kerstin Lucklum, Jena (Mai 2004) |
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