Update: 29.12.2011

"Götterdämmerung" im Lübschen Gehölz
Die Bismarcksäule in Itzehoe

Bauplanung

Der Bau dieser Bismarcksäule wurde bereits im Jahr 1899 angeregt.

Am 28.05.1900 gründete sich der Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule, um den Bau einer Bismarcksäule für Itzehoe zu fördern. Aus diesem Ausschuss bildete sich der Verein zur Errichtung und Erhaltung einer Bismarcksäule zu Itzehoe.

Der „Verein Bismarcksäule zu Itzehoe“ unter Vorsitz des königlichen Landrats H. Junge setzte sich mit dem Architekten Wilhelm Kreis in Verbindung, dessen Entwurf „Götterdämmerung“ man schließlich zur Ausführung bringen wollte.

Nach einem Beschluss der Stadt vom 15.07.1903 sprach man dem Verein das Baurecht auf einem 51 Ar und 16 m großem Areal Fläche im Lübschen Gehölz (Kartenblatt 4, Parzelle 2 nach Kataster vom 17.03.1903) zu. Die Genehmigung wurde am 31.07.1903 im Grundbuch (Band 29, Blatt 1407) eingetragen.


Bauarbeiten

Der Bau begann noch im Jahr 1903.

Als Baumaterial für diesen Aussichtsturm mit Feuerschale wurde schwedischer Granit verwendet. Die rechteckige Feuerschale (3 m x 0,45 m) aus Gusseisen wurde mit Buchenscheitholz, Petroleum, Benzin und Kieselgur (Erdart aus den Panzern von Kieselalgen) befeuert. Als Bauplatz wählte man ein altes Hünengrab im Lübschen Gehölz (76 m über NN) aus.

Im Frühjahr 1904 stand der Bau kurz vor der Vollendung, die Einweihung war für den 21.06.1904 geplant.

Doch es fehlte es an notwendigen Spenden, um den Bau der Säule zu Ende zu führen. In einer Sitzung des Kreistages Steinburg vom 28. März 1905 wurde trotz Protesten der städtischen Kollegen in Wilster und der Gemeinde Lägerdorf beschlossen, dem Verein die Bismarcksäule für 34.000 Mark abzukaufen und den Bau zu Ende zu führen.

Die Einweihung wurde nun auf den 23.09.1905 terminiert. Die feierliche Einweihung fand tatsächlich erst am 18.10.1905 statt.

Am Einweihungstage versammelten sich zahlreiche Bismarckverehrer in der Stadt, die zusammen mit Vertretern zahlreicher Vereine sowie den Spitzen der Behörden in einem Festzug zur Bismarcksäule wanderten. Der Geh. Rat Graf von Reventlow hielt die Kaiserrede, Landrat Pahlke die Weiherede. Abschließend wurde die Säule zum ersten Mal befeuert.


Baubeschreibung

Als Baumaterial für den 18 m hohen Aussichtsturm mit Befeuerungsvorrichtung wurde schwedischer Granit (grob behauene schwarze und graue Granitblöcke) verwendet. Die Bauarbeiten wurden von Baumeister A. Beneke aus Itzehoe durchgeführt.

Die Grundfläche des Bauwerkes beträgt 8,5 m x 8,5 m.

Eine Treppe mit 16 Stufen führt zur im Süden gelegenen Eingangstür (1,90 m x 1,20 m).

Die vier Kanten des Schaftes bestehen - wie bei dem Entwurf "Götterdämmerung" typisch - aus Dreiviertelsäulen, die von einem Architrav mit vierstufigem Oberbau zusammengehalten werden.

Über dem Eingang wurde auf dem Türsturz die Inschrift

"BISMARCK"

angebracht.

Auf dem Turmkopf war eine rechteckige gusseiserne Feuerschale installiert (3 m lang und 45 cm breit).


Turmgeschichte

Am 18.10.1905 wurde die Bismarcksäule feierlich eingeweiht. In den nachfolgenden Jahren war die Bismarcksäule, die zeitweise mit Kioskbetrieb genutzt wurde, beliebter Ausflugspunkt.

Am 01.04.1906 wurde die Bismarcksäule – wie auch in den Folgejahren – erneut befeuert. Der Verein löst sich im Juli 1906 auf.

Noch im Jahr 1926 wurde sie als bedeutendes Ausflugsziel beworben.

Die Buchenbestände rund um den Turm versperrten im Laufe der Jahre die vormals gute Fernsicht.

Im Jahr 1958 übernahm die Stadt Itzehoe die Säule vom Kreis Steinburg. Im Jahr 1959 wurde ein Turmwächter eingesetzt, der den Turm bis ca. 1970 (mit Kioskbetrieb) regelmäßig öffnete.

Seit ca. Mitte der 1980er Jahre war der Eingang des Bismarckturmes zugemauert, da der baufällige Zustand im Innern des Turmes eine gefahrlose Nutzung verbot.

Eine Außen- und Innensanierung des Bismarckturmes war bis zum Jahr 2004 überfällig.

In Itzehoe bildete sich  eine Initiative, die den Bismarckturm anlässlich des 100-jährigen Jubiläums sanieren und wieder zugänglich machen wollte. Aus dieser Initiative entwickelte sich der Verein Bismarcksäule Itzehoe e.V., der im November 2004 gegründet wurde.

Im März 2005 wurde die Bismarcksäule von der Stadt Itzehoe an den Verein verpachtet. Im April 2005 konnte der Eingang des Turmes nach zwanzig Jahren wieder freigelegt werden.

Der Jubiläums-Festakt fand am 18.10.2005, 11:00 Uhr an der Bismarcksäule statt. Das Jubiläum wurde zudem am 22.10.2005 im Rahmen einer Feier gewürdigt.

Im Oktober 2006 wurden Auflagen der Baubehörde und des Denkmalschutzes erfüllt, um weitere Sanierungsarbeiten zu ermöglichen. Der Verein baute in Eigenarbeit ein Notdach aus Holz, um Einfall von Schnee und Regen zu verhindern bzw. um dadurch eine Trockenlegung der Säule zu erreichen.

Die Sanierung der inneren Treppengeländer erfolgte bereits im Jahr 2007.

Drei der Innensäulen sind schadhaft und können nur mit einem hohen Kostenaufwand saniert werden. Dafür wurden noch Firmen in der Region gesucht, die sich an der Sanierung beteiligen.

Im März 2009 startete die Aktion "Stufenverkauf", bei der jeder Interessierte eine Patenschaft über eine Treppenstufe erwerben kann. Mehr dazu (inkl. Formular für die Beantragung) hier.

Am 18.10.2009 wurde die Bismarcksäule zum 104. Jahrestag der Einweihung geöffnet.

Das Bauwerk konnte trotz ursprünglicher Planung noch nicht im Jahr 2010 für Besucher geöffnet werden.

Die Arbeiten am Turm werden in den Jahren 2011 und 2012 weiter fortgesetzt.


Vereins-Spendenkonto: Bismarcksäule Itzehoe e.V., 110092733, BLZ 222 500 20, Sparkasse Westholstein


Links

Bismarcksäule Itzehoe e.V.

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Quellen

- Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-SÄULE von ITZEHOE (Schleswig-Holstein)
- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 210
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 121 "Bismarck-Feuersäule zu Itzehoe", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes; 2. Jahrgang 1904 (Nr. 6, S. 2); 3. Jahrgang 1905 (Nr. 8, S. 9; Nr. 11, S. 10; Nr. 12, S. 10), 4. Jahrgang 1906 (Nr. 1, S. 12), 5. Jahrgang 1907 (Beilage: Die Bismarck-Feuersäule)
- Ehrhardt, Max: Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes, Thüringische Verlagsanstalt Eisenach-Leipzig, 1903: Die Bismarck-Säule (Architekt Kreis) in Itzehoe


Fotografen

- Kai Beste (2001)
- Robert Hirse (2005)