Update: 30.07.2010

Das Bismarck-National-Denkmal
Die Bismarckwarte in Apenrade

Der Bismarckturm auf dem Knivsberg wurde ab 1895 als Bismarckwarte errichtet.


Bauplanung und Spendensammlung

Pastor Jessen aus Wilstrup trat bereits im Jahre 1893 für den Bau eines Denkmals auf dem Knivsberg (97 m über NN) ein. Diese Anregung war Veranlassung zum Kauf des Knivsberges und zur Gründung der Knivsberg-Gesellschaft. Nachdem ein Freundeskreis aus Hamburg für den Bau eines Bismarckturmes auf dem Knivsberg 7.000 Mark gespendet hatte, beschloss der Deutsche Verein für das nördliche Schleswig am 16. April 1895 in einer Vorstandssitzung in Rothenkrug die Errichtung des Turmes auf dem Knivsberg.

Es wurde ein Wettbewerb unter allen deutschen Architekten zur Erlangung eines geeigneten Entwurfs ausgeschrieben. Die Preisrichter forderten, dass der Bismarckturm ein nationales Wahrzeichen der Wiedergewinnung der deutschen Nordmark sein soll. Weiterhin soll der Turm "das Gepräge eines Denkmals tragen und darf nur möglichst wenig an Nützlichkeitsbauten, wie Festungs- oder Aussichtstürme erinnern." Der Turm sollte so hoch und stark wie möglich werden. Da die deutsche Bevölkerung Nordschleswigs ihre Jahresvolksfeste auf dem Knivsberg feierte, sollte der Turm auch eine Plattform für Redner haben und Platz für ein 80-köpfiges Orchester bieten.

Bereits am 04. August 1895 wurde der Grundstein für das Monument gelegt.

Mitglieder des Denkmalauschusses wurden u.a. Oberpräsident von Steinmann, General Freiherr von Wrangel (Ehrenpräsidium) sowie Oberpräsident von Köller, Hamburgs Bürgermeister Vensmann und Generaloberst Graf Waldersee. Am 24. März 1898, noch zu Lebzeiten Bismarcks, erschien ein Aufruf zur Spendensammlung, der von 700 patriotischen Männern unterzeichnet war.

Nach einem erfolgten Wettbewerb, bei dem 63 Entwürfe eingingen, wählte das Preisgericht den Entwurf "Auf Schleswigs Höhen" des Architekten F. Möller aus Berlin zur Ausführung aus und prämierte ihn mit 200 Mark. Ein weiterer Entwurf von F. Möller mit dem Titel "Unserm Bismarck geweiht" wurde mit dem 2. Preis prämiert.

Drei Jahre später beteiligte sich sich F. Möller auch mit zwei Entwürfe beim Bismarcksäulen-Wettbewerb der Deutschen Studentenschaft. Zwei Entwürfe von F. Möller wurden 1899 in Eisenach ebenfalls mit einem Preis ausgezeichnet.


Bauarbeiten

Ausgeführt wurde der Bau auf dem Knivsberg von den Maurermeistern Prüss und Koch (Berlin) unter Bauleitung von Kapitän Ulderup aus Apenrade. Der ursprünglichen Entwurf von F. Möller, der auf eine Bausumme von 50.000 Mark ausgelegt war, wurde teilweise modifiziert.

Die Gesamtkosten von 170.000 Mark wurden von den Reedern M. & J. Jebsen aus Apenrade und Senator M. Jebsen aus Hamburg aufgebracht. Als Baumaterial für die Warte mit quadratischem Grundriss wurden Granitfindlinge verwendet.


Baubeschreibung

Über zwei Treppen mit 30 Stufen war die erste vorgelagerte Terrasse mit zwei Feueraltären (rechts und links der Treppen) erreichbar. Über eine weitere Treppe mit 20 Stufen gelangte man zu einer weiteren Terrasse am Fuß des 45 m hohen Aussichtsturmes ohne Befeuerungsvorrichtung. Durch den Eingang betrat man die kuppelgewölbte Bismarck-Gedächtnishalle.

Über dem Eingang wurde in einer Nische eine 7 m hohe Bismarckstatue aus Kupfer von Professor Adolf Brütt aus Berlin eingelassen. Unterhalb der Statue waren zwei Wappen (Reichsadler und Schleswig-Holstein) mit der Inschrift "Up ewig ungedeelt" [Auf ewig ungeteilt] angebracht.

Oberhalb der Statue war die Inschrift

"WIR DEUTSCHE FÜRCHTEN GOTT, SONST NICHTS AUF DER WELT"

und die Jahreszahl "1864" umlaufend angebracht. Über der Aussichtsplattform war auf dem kegelförmigen Dach eine Fürstenkrone aufgesetzt.


Geschichte des Turmes

Das Standbild wurde 1919 wegen der befürchteten Abstimmungsniederlage gegen Dänemark abmontiert und nach Quern gebracht. Im Jahr 1930 wurde die Statue als Bismarck-Denkmal auf dem Aschberg in den Hüttener Bergen aufgestellt.

Der Turm wurde am 16./17.08.1945 von dänischen Widerstandskämpfern gesprengt. Nach 1955 wurden die Trümmer beseitigt und das Sockelfundament, das sich nicht entfernen ließ, zugeschüttet. Eine Gedenkmauer mit Relief der ehemaligen Warte erinnert heute noch an das Monument.

An der Stelle des Turmes befindet sich dort heute ein Antikriegs-Mahnmal (Aussichtspunkt).

Das gesamte Gelände gehört zu einer Jugendbegegnungsstätte der deutschen Minderheit in Nordschleswig.


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Jugendhof Knivsberg