Bomber traf Bismarckturm
Der Bismarckturm in Suhl
Die beiden Suhler Bismarckverehrer, Gewehrfabrikbesitzer Hermann Haenel und Kaufmann Heinrich Müller, beschlossen im Jahr 1895 den Bau eines Bismarckturmes in Suhl. Als Bauplatz war der 675 m hohe Domberg vorgesehen.
Eine extra für den Turmbau gegründete Kommission, die sich aus allen Bürgerschichten zusammensetzte, unter Vorsitz des Gewehrfabrikanten Rudolf Sauer sammelte in Suhl 14.800 Mark an Spenden. Die Grundsteinlegung erfolgte am 01.04.1895. Am gleichen Tag wurde Bismarck an seinem 80. Geburtstag zum Ehrenbürger Suhls ernannt.
Der Entwurf dieses Aussichtsturmes ohne Feuerschale wurde vom Kreisbauinspektor Richard Bartels aus Schleusingen ausgearbeitet. Die Bauleitung oblag dem städtischen Bauaufseher Karl Müller, die Maurerarbeiten wurden Maurermeister Richard Hopf aus Suhl übertragen. Nach der Grundsteinlegung vergingen 13 Monate bis zum Baubeginn des Turmes (01.05.1896). Aber bereits am 02.09.1896 konnte die Einweihung des Turmes erfolgen, der gleichzeitig an die Stadt Suhl übergeben wurde.
Als Material für diesen Aussichtsturm mit Feuerschale wurden Porphyr (Mauerwerk) und Kalkstein (Hauptecken, Tür, Fensterumrahmungen, Gesimse, Ecktürme und Zinnenkranz) verwendet. Über dem nach Osten gelegenen Eingang wurde ein Bismarck-Wappen aus Weser-Sandstein angebracht. Über eine Innentreppe mit 104 Stufen ist die Aussichtsplattform erreichbar.
Geschichte des Bauwerks
Am 03.04.1945 wurde der Turm von einer amerikanischen Panzergranate getroffen, die ein Loch seitlich der Eingangstür riss. Der Schaden wurde in der Folgezeit ausgebessert.
Im Jahr 1991 wurde links des Eingangs eine Gedenktafel für Herbert Roth (Suhler Komponist und Interpret volkstümlicher Musik) angebracht.
Nach der Wende wurde der Turm vom Dombergverein saniert (1993/94) und 1995 mit einem Bismarck-Turmfest wiedereröffnet.
Zum 100. Geburtstag des Turmes wurde am 08.09.1996 ein "Volkswandertag zum Domberg in Suhl" ausgerichtet (Schirmherr und Festredner: Ferdinand Fürst von Bismarck).
Ende 2001/Anfang 2002 wurden die Bäume rund um den Turm großzügig entfernt, so dass man den Turm besser sehen kann. Diese Maßnahme wurde nicht allein wegen der besseren Aussicht veranlasst: Durch das einfallende Sonnenlicht soll die Feuchtigkeit im Außenmauerwerk getrocknet werden.
Am 14.04.2002 wurde der Dombergverein 150 Jahre alt.
Zu diesem Anlass wurde eine Festschrift über die Vereinsgeschichte herausgegeben. Das zwischenzeitlich geschlossene Gasthaus am Bismarckturm wurde Anfang 2006 neu eröffnet (Di. Ruhetag, sonst 10-20 Uhr, Tel. 03681/721173).
Seit Ende 2006 wird der Turm von außen elektrisch beleuchtet.
Im Besuchsjahr 2008 wurde der Turm von innen mehrfach von Randalierern heimgesucht, sodass aufwändige Reparaturarbeiten erfolgen mussten.
Öffnungszeiten:
Der Turm ist - außer bei extremen Witterungsverhältnissen - ganzjährig begehbar. Er wird täglich durch die Stadt Suhl geöffnet. Sonntagnachmittags wird der Turm durch den Dombergverein betreut. Etwa 1,7 vor Erreichen des Turmes muss das Auto auf einem Wanderparkplatz abgestellt werden. Der Bismarckturm ist von dort ab nur fußläufig zu erreichen.
Links
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Dombergverein
Kontaktadresse (Vereinsvorsitzender Dombergverein):
Dr. Manfred Lemme
Herbert-Roth-Straße 14
98529 Suhl
Tel. 03681/305183
Danke an Hans-Dieter Hirschmann für Foto (links) aus dem Jahr 2006, Dank an Bernd Keinert aus Rothenstein für Foto oben aus dem Jahr 2002 |